Doppelpack zu Ostern

Am Gründonnerstag in Würzburg (20.30 Uhr) – am Ostersonntag (18 Uhr) zuhause gegen Gießen: ratiopharm ulm bekommt es über die Osterfeiertage mit zwei unangenehmen Gegnern zu tun.

Shortcut Die einen kämpfen um die Ehre, die andere um ihre letzte Playoff-Chance. Mittendrin ratiopharm ulm, das nach seiner ersten Saisonniederlage seinen ersten Tabellenplatz mit Macht verteidigen möchte. Während beim ersten Teil des Oster-Doppelpacks in Würzburg (Donnerstag, 20.30 Uhr live bei Telekom Basketball) ein Team auf den Tabellenersten wartet, das sich nach seinem dritten Sieg unter Coach Bauermann und einem versöhnlichen Ende einer verkorksten Saison (Platz 14) sehnt, klopfen die Gießener (Sonntag, 18 Uhr live bei Telekom Basketball) auch in ihrer zweiten BBL-Saison unter Head Coach Denis Wucher an der Tür zu den Playoffs. „Würzburg ist gefährlich. Sie sind eine Mannschaft, bei der du das Gefühl hast, sie waren die ganze Saison vom Potenzial her viel besser als ihre Ergebnisse“, warnt Kapitän Per Günther vor einer „sehr gefährlichen Dynamik“. Als „super hart“ beschreibt Assistent Coach Jesus Ramirez die Aufgabe am Sonntag. „Gießen kämpft verdient um den Einzug in die Playoffs. Es ist ein Do-or-die Spiel für sie – sie werden kämpfen wie verrückt.“

Record Wenngleich Zahlen nicht lügen und ratiopharm ulm vier der letzten fünf Auswärtsspiele in Würzburg gewonnen und in der ratiopharm arena noch nie ein Spiel gegen Gießen verloren hat, ist ein Blick auf die aktuelle Form der Kontrahenten aufschlussreicher. Während ratiopharm ulm erstmals in dieser Saison einen Record von minus 1 hat, verlor Würzburg bis zum 29. Spieltag zwei Spiele in Serie und acht der letzten zehn Begegnungen. Ganz anders Gießen, das zuletzt vier Siege in Folge feierte und aus den letzten zehn Partien nur vier abgab.   

Keystats Der unterschiedliche Spielstil der Ulmer Gegner spiegelt sich auch in den Statistiken wider. Während eher Brett- und systemorientierte Würzburger ihre Stärken im 2er-Bereich haben (53% - Ulm 56,5%), findet das Guard-lastige Spiel der Gießener häufig hinter der Dreierline statt, wo die 46ers mit 37,7 Prozent die siebtbeste Quote der Liga aufweisen können (Ulm 39,1, 4.). Was beide Teams vereint: Mit 10,4 Offensivrebounds teilen sie sich Rang vier im Liga-Ranking (Ulm 9,8) und stellen damit ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis.

Spotlight Guards hier – Big Men dort. Mit einer Ausnahme. In Gießen, das häufig mit zwei Point Guards agiert,  regiert der Small Ball und damit das Duo aus Cameron Wells (14,2 Pkt, 4,2 As) und Skyler Bowlin (8,8 Pkt, 4,3 As). In Würzburg sind drei Big Men (Lane, Loncar, Ulmer) für insgesamt 33,1 von 78 Punkten verantwortlich. Während bei den Franken Jake Odum (15,5 Pkt, 5,8 As) das Pendant auf „klein“ bildet, ist es in Gießen Dwayne Evans, der als agiler Big Man (2,01 m) mit 11,5 Punkten und knapp 7 Rebounds im Schnitt, den Guards die Freiräume verschafft.  

Quotes

Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „In beiden Partien geht es um sehr viel. Wenngleich die Ausgangssituation in Würzburg und Gießen vielleicht eine andere sein mag, werden beide Teams alles für einen Sieg gegen uns tun. Seit Dirk Bauermann in Würzburg Trainer ist, nutzt er seine Innenspieler sehr intensiv. In Gießen verfolgt Denis Wucherer mit Skyler Bowlin und Cameron Wells einen etwas anderen Ansatz. Beide Teams sind aber sehr gut ausbalanciert. Was uns angeht, denke ich, dass die Niederlage gegen München bewirkt hat, dass der Fokus auf die verbleibenden fünf Hauptrundenpartien kein bisschen nachgelassen hat – eher im Gegenteil.“

Good to know ratiopharm ulm hat in dieser Saison wettbewerbsübergreifend erst einmal mehr als ein Spiel in Folge verloren. Lediglich zwischen dem 11. und 25. Januar (3x Eurocup, 1x Pokal) gab es eine Niederlagenserie. Mit Ausnahme dieser Phase reagiert ratiopharm ulm auf eine Niederlage immer mit einem Sieg – und zwar mit einer durchschnittlichen Punktedifferenz von 21,5 Zählern.

Fotos Florian Achberger, Marcel Merli, Michael Schepp

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