Ludwigsburg erzwingt Showdown in Ulm

ratiopharm ulm unterliegt mit 84:76 (34:35) in Ludwigsburg und muss am Donnerstag (19 Uhr) in Spiel fünf den zweiten Matchball verwandeln.

Shortcut ratiopharm ulm tritt zum ersten Mal in seiner Playoff-Geschichte zuhause in einem Spiel fünf an. Nachdem der Hauptrundenerste Spiel vier mit 84:76 verlor, soll nun der Lohn für die überragende reguläre Saison (30-2) zum Tragen kommen. „Wir haben in der Hauptrunde hart dafür gearbeitet, dass wir in einem entscheidenden Spiel fünf den Heimvorteil auf unserer Seite haben. Das tun wir jetzt und deshalb gehen wir optimistisch in Spiel fünf“, so Head Coach Thorsten Leibenath, dessen Team erneut Probleme mit Jack Cooley (23 Punkte) hatte. Nach einer knappen ersten Halbzeit (34:35) war es insbesondere der wuchtige Ludwigsburger Center, der das Spiel dominierte. „In der zweiten Halbzeit haben wir nicht hart genug dagegengehalten“, so Augustine Rubit, dem 9 seiner 14 Zähler vor der Pause gelangen. Tickets für Spiel fünf sind ab sofort für BBU ’01-Mitglieder zu haben (siehe Good to know).

Keystats Mit dem Rebound-Duell (40/36) und dem Kampf um die Freiwurflinie (28/24 Versuche) gingen zwei Schlüssel-Statistiken an die Gastgeber. Die enorme Physis Ludwigsburgs spielte hier eine Rolle, aber auch die Tatsache, dass Jack Cooley 11 und DJ Kennedy 10 Fouls zogen – dem stand Morgan mit 6 Fouls um einiges nach.

Spotlight Der Kampf um die Lufthoheit ging in Spiel vier an Ludwigsburg respektive Jack Cooley. Wenngleich Raymar Morgan in der 2. Halbzeit ebenfalls aufdrehte und 12 seiner 18 Punkte erzielte, hatte auch der MVP Cooley nicht genug entgegenzusetzen. Mit 23 Punkten – 17 davon in Halbzeit zwei – und 11 gezogenen Fouls war der Ludwigsburger Big Man nicht zu stoppen. Der X-Faktor auf Ludwigsburger Seite war Brad Loesing, der mit 10 Punkten 9 über seinem bisherigen Playoff-Schnitt lag. Chris Babb (9 Pkt) blieb dagegen erstmals in Halbzeit zwei einer Playoff-Partie ohne Zähler.

Play-by-Play
1. Viertel (19:18): Der Kampf um den so wichtigen guten Start gewannen die Gäste. Getragen vom starken Augustine Rubit, der 5 Punkte zur 5:10-Führung (3. Minute) beisteuerte, meisterten die Ulmer die erste mentale Herausforderung. Wenngleich Ludwigsburg erneut die Masse von Jack Cooley in die Waagschale warf – und verkürzen konnte – brachte der zweite Dreier von Chris Babb (2/2) erneut die Ulmer 5-Punkte-Führung (11:16, 7.). Nach zwei starken Defensivaktionen von „Wobo“ (Block und Offensivfoul gegen Cooley), war es erneut Rubit, der seine  Schnelligkeit ausspielte (12:18). Doch dann konterten die Gastgeber einige nicht konsequent genug vorgetragenen Angriffe der Ulmer mit einem 7:0-Lauf und übernahmen die Führung (19:18).

2. Viertel (15:17): Nach dem dritten Ulmer Ballverlust bat Leibenath nach wenigen Sekunden zur Auszeit und forderte von seinem Team mehr Physis ein. Doch anstelle die defensiven Handschellen auszupacken, wurde nun der offensive Turbo gezündet: Bis zur 15. Minute ging es hoch und runter (27:27), ehe Chad Toppert zwei korblose Minuten mit einem Dreier beendete (30:29, 18.). Die Ulmer Antwort: Zunächst ein 5:0-Lauf, ehe erneut einige liegengelassene Möglichkeiten und insgesamt 8 Ballverluste in den ersten 20 Minuten eine höhere Halbzeitführung verhinderten (34:35).  

3. Viertel (20:15) 5 Punkte von Jack Cooley und der 9. Ulmer Ballverlust leiteten eine kritische Phase für die Gäste ein. Als der Ludwigsburger Koloss seine Zähler 6 und 7 in Halbzeit zwei abgelegt hatte (43:40), bat Leibenath in der 25. Minute zur Auszeit. Und dann trat Karsten Tadda auf den Plan: Hatte der Kettenhund bis dato defensiv einen überragenden Job gegen Rocky Trice (6 Punkte) gemacht, legte er nun fünf Punkte in Serie ab (44:45). Nachdem DJ Kennedy mit seinem ersten Dreier die bis dato höchste Ludwigsburger Führung (49:45) herausgeworfen hatte, wurde es hektisch, ehe Toppert mit seinem dritten Distanzwurf auf 54:49 stellte.  

4. Viertel (30:25): Und Ludwigsburg marschierte weiter. Zunächst über den mehrfach gut freigespielten Cooley und dann, als der Big Man die Verteidigung auf sich zog, auch über Cliff Hammonds von außen (63:55, 33.). Wenngleich Casey Prather mit 5 Punkten gegenhielt – und wenig später sein viertes Foul kassierte –, bekamen die Gäste Ludwigsburg defensiv nicht in den Griff (65:57, 35.). Während Hobbs vorne den Dreier versenkte, kassierte er im Gegenzug den Distanzwurf von Loesing. Doch Hobbs legte einen weiteren Dreier nach, ehe Morgan den Anschluss herstellte (70:66). Doch ein Dreier von Trice und ein Dreipunktspiel von Cooley ließen ein Spiel fünf nun immer näher rücken (76:69). Wenngleich Tadda, der in der Chruchtime 5/5 Freiwürfe verwandelte, sein Team 60 Sekunden vor dem Buzzer noch einmal auf 79:74 heranbrachte, sollte sich daran letztlich nichts mehr ändern: Die Entscheidung ist auf Donnerstag vertagt – diesmal in der ratiopharm arena.

Quotes

Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopharm ulm): „Glückwunsch zum verdienten Sieg. Anders als in Spiel zwei und drei haben wir nicht die richtigen Mittel gefunden, um uns gegen die physische Spielweise durchzusetzen. Im Angriff hatten wir teilweise mit unnötigen Ballverlusten zu kämpfen. Aber auch in der Verteidigung waren wir in der zweiten Hälfte nicht präsent. Wir hatten vor allem mit zwei Spieler zu kämfpen. Jack Cooley hat von Minute zu Minute mehr aufgedreht. Und Brad Leosing hatte ein starkes letztes Viertel, er war für den einen oder anderen Neckbreaker im Spiel verantwortlich. Wir haben in der Hauptrunde hart dafür gearbeitet, dass wir in einem entscheidenden Spiel fünf den Heimvorteil auf unserer Seite haben. Das tun wir jetzt und deshalb gehen wir optimistisch in Spiel fünf.“

John Patrick (Head Coach MHP Riesen Ludwigsburg): „Es war ein sehr enges Spiel für mehr als 20 Minuten. Beide Teams waren gut vorbereitet. In der zweiten Halbzeit war der Schlüssel, dass wir Chris Babb bei null Punkten halten konnten, zum ersten Mal in dieser Serie. Wir haben den Ball viel besser bewegt. Es freut mich besonders für Brad, dass er dieses tolle vierte Viertel hatte. Er hatte bislang viel Pech in der Serie. Jetzt steht es zwei zu zwei, in weniger als 48 Stunden gibt es Spiel fünf.“

Good to know Erstmals findet in der ratiopharm arena ein Spiel fünf statt. Tickets aus dem Gästekontingent sind aktuell nur für BBU ’01 Mitglieder erhältlich – und zwar ab sofort unter shop.bbu01.com. Sollten diese bis Mittwochabend nicht allesamt vergriffen sein, so gehen die restlichen Karten am morgigen Mittwoch um 20 Uhr in den freien Verkauf.

Fotos Florian Achberger

 

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