„Ehrgeiz ist mein Motor“

Flo ist für das OrangeZone.Magazin mit Ismet Akpinar zum Telefoninterview verabredet. Was der Autor sich dabei gedacht und der Neu-Ulmer ihm erzählt hat, gibt’s hier zu lesen oder im neuen OrangeZone.Magazin.

13 Uhr – ich versuche ihn zu erreichen. Nur die Mailbox. Zweiter Versuch. Wieder Mailbox. Während der Kaffee langsam kalt wird wähle ich erneut. Immer noch die Mailbox. SMS verschickt, Kaffee leer und endlich die Rückmeldung – „Bin jetzt erreichbar. Essen hat länger gedauert!“ Da bin ich ja beruhigt, denn hungrig soll Ismet kein guter Gesprächspartner sein.

Ismet, nochmals herzlich Willkommen in Ulm. Als geborener Hamburger und damit als waschechtes Nordlicht – erwartest du einen Kulturschock im Schwabenländle?
Ja, das könnte sein. Ich bin ein echtes Großstadt-Kind und war ja auch die letzten vier Jahre in Berlin. Ich glaube das könnte ein etwas größerer Unterschied werden. Aber ich freue mich darauf, mal wieder etwas Neues zu sehen. Inwieweit es ein Kulturschock sein wird, kann ich noch nicht sagen.

Ismet, Izy, Izzy – wie sollen wir dich in Zukunft eigentlich nennen?
Also Ismet ist mein Name. Wer immer mich mit Ismet anspricht, das ist kein Problem. Aber eigentlich nennen mich alle Izy.

Woher hast du diesen Spitznamen eigentlich?
Das hat angefangen, als ich noch ganz klein war. Im Kindergarten konnte niemand Ismet aussprechen und dann bin ich selbst auf den Spitznamen gekommen. Ich bin einfach zu meinen Eltern gegangen und habe gesagt, „so jetzt heiße ich Izy“. Ich glaube, ich war da so drei oder vier Jahre alt. Und seitdem werde ich von allen Izy genannt.

Das mit der Verspätung geht mir noch nicht aus dem Kopf; zugegeben ich bin ein kleiner Pünktlichkeits-Fanatiker – also reden wir mit Izy, so werden wir ihn ab sofort immer nennen, doch mal übers Essen.

Deine kulinarische Rundreise reicht von Fischbrötchen, über Currywurst & endet aktuell bei Maultaschen. Trifft eines davon dein Leibgericht?
Wenn ich jetzt zwischen den drei Alternativen wählen müsste, dann würde ich ein Fischbrötchen nehmen. Aber eigentlich esse ich echt alles. Viel Fleisch – vor allem Hühnchen – und Fisch und viel Gemüse. So sehen meine Mahlzeiten aus.

Das klingt so, als würde er auf seine Ernährung achten. Aber irgendwo muss doch ein Haken sein. Mit 22 Jahren keine kulinarischen Sünden?! Ich hake nach!

Wo wirst du deine Prinzipien von guter Ernährung doch mal über Bord?

Hier entsteht die erste kurze Pause im Gespräch.

Ja, also Süßigkeiten schmecken doch jedem. Ich versuche schon in der Saison komplett darauf zu verzichten. Seit zwei Jahren achte ich wirklich auf meine Ernährung. Aber ich muss zugeben, ab und an greife ich doch noch in die Süßigkeiten-Kiste. Das ist meine kleine kulinarische Sünde.

Erwischt!

Nach 4 Jahren in Berlin hast du dich für einen Wechsel entschieden – warum?
Ulm hat sich in den letzten Jahren etabliert – in der Bundesliga, aber auch europäisch. Der Spielstil gefällt mir gut. Die Art und Weise wie Thorsten in den nächsten zwei Jahren mit mir plant, hat mich überzeugt. Darüber hinaus habe ich einen neuen Reiz gesucht, ein neues Umfeld, in dem ich mich beweisen kann. Ich möchte in Ulm den nächsten Schritt gehen.

In Ulm triffst du jetzt auf Per – den Ulmer Franchise Player und ein Gesicht der Liga. Was erhoffst du dir von eurem Zusammenspiel?
Per spielt seit einigen Jahren auf einem extrem hohen Level. Ich halte ihn für einen der besten Offensivspieler der Liga. Durch meine Größe kann ich auch auf der Zwei spielen – so stellt es sich auch der Coach vor, dass ich auf beiden Guard-Positionen spielen soll. Dadurch kann ich sowohl mit Per zusammen, als auch als Backup auf dem Court stehen und habe so offensiv unterschiedliche Aufgaben – je nachdem ob als Einser oder Zweier. Und dann will ich mir natürlich den einen oder anderen Trick von Per abschauen.

Siehst du deine Stärken vor allem in der Offensive?
Ja, irgendwie liegt mir das. Wobei ich muss sagen, in den Jahren in Berlin habe ich es geschafft, auch ein defensiver Faktor zu werden. Anders ging es für mich, gerade am Anfang, gar nicht aufs Feld. In der Jugend war ich aber eigentlich nur für meine Offensiv-Qualitäten bekannt. Und diese neue Mischung würde ich gern beibehalten.

Am 03.12.2013 erzielte Izy 49 Punkte, damals noch als Hamburger, im NBBL-Spiel gegen die Metropol Baskets. Und überhaupt wurde er NBBL MVP, Meister und TopFour MVP in Berlin, war an zwei Pokaltiteln beteiligt und wurde 2016/17 zum besten Nachwuchsspieler der BBL gewählt. Ziemlich viele Auszeichnungen für einen 22-Jährigen!

Du hast in Berlin zahlreiche Titel gefeiert und persönliche Auszeichnungen gewonnen – wie fällt dein Fazit aus?
Ich denke ich habe mich gut entwickelt in Berlin. Es waren erfolgreiche Jahre. Natürlich wünscht man sich noch den einen oder anderen Titel mehr – so wirklich zufrieden bin ich nie. Aber ich kann mich über meine Entwicklung nicht beschweren. Ich denke, ich befinde mich auf einem guten Weg, aber bin noch lange nicht am Ziel.

Das ganze Interview mit Izy gibt es in der neuen Ausgabe von OrangeZone.Magazin. Entweder ab sofort online oder demnächst kostenlos in ganz Ulm & Neu-Ulm.

Text Florian Eisebitt  Fotos Camera4

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