Vorrundenabschluss in Trient

ratiopharm ulm trifft am Mittwoch (20.30 Uhr live bei Telekom Sport) auf unangenehme Italiener, die ihre Gegner mit viel Druck und Athletik aus dem Konzept bringen.

Shortcut Die Fahrt ins 400 Kilometer entfernte Trient zu Dolomiti Erergia Trento, die ratiopharm ulm am Dienstagmittag im neuen Teambus angetreten ist, wird noch nicht über das Schicksal der Ulmer in ihrer fünften EuroCup-Saison entscheiden. Dafür ist die Gruppe D zu ausgeglichen  (siehe Good to know), und dafür stehen nach Abschluss der Vorrunde noch weitere fünf Partien bis zum Rückspiel gegen die Italiener am 27. Dezember auf dem Plan. Dennoch könnte ratiopharm ulm, das mit je zwei Siegen und zwei Niederlagen auf Platz fünf liegt, in Norditalien auf dem Weg in die Top16 einen „Big Point“ landen. Dass das nicht einfach wird, veranschaulicht Thorsten Leibenath mit einem Vergleich, der bei vielen Ulmer Fans schlagartig ein mulmiges Gefühl hervorruft. „Trento erinnert mich von seiner Spielanlage an Ludwigsburg. Sie spielen schnell, athletisch und mit sehr viel Druck.“ Wie mühsam es gegen Gegner dieses Zuschnitts ist, erlebte ratiopharm ulm im Viertelfinale 2017. Verstärkung erhält das Team durch Jerrelle Benimon, der auf seinen ersten Einsatz im Uuulmer Trikot brennt und gegen die athletischen Italiener insbesondere im Rebounding helfen könnte.

Record Gegen italienische Teams ist die Ulmer Bilanz mit 3-5 negativ. Das trifft allerdings auch für den Rekord Trentos in der italienischen Liga (2-4) bzw. für den Ulmer in der easyCredit BBL (3-5) zu. Mit 1-3 sind die Italiener aktuell auch das einzige Team der Gruppe D, das mehr Spiele verloren als gewonnen hat. Gräbt man tief genug in den Ulmer Annalen, finden sich aber doch zwei positive Italo-Rekorde: Die 106 Punkte, die ratiopharm ulm am 15. Januar 2014 in Cantu (ITA) auflegte, sind genauso ein Ulmer EuroCup-Rekord wie die 12 Assists, die Edgar Sosa am 18. Dezember 2013 gegen Varese (ITA) zustellte.

Keystats Gegen Trento von „downtown“ zu punkten ist nicht einfach, denn die Italiener halten ihre Gegner bei einer durchschnittlichen Trefferquote von 28,6 Prozent. Besser geben lediglich zwei EuroCup-Teams (Vilnius, Zagreb) auf die Dreierlinie acht. „Wir müssen versuchen, hochprozentige Würfe zu generieren“, gibt Leibenath das Motto gegen die zweibesten Balldiebe (9 Steals) des EuroCups vor. Verlassen kann sich der Ulmer Head Coach dabei auf Ryan Thomson, der mit 19 Punkten im Schnitt als viertbester Scorer des EuroCups geführt wird – übrigens direkt hinter Dominique Sutton (19,25).

Spotlight
Kein anderes EuroCup Team vereinigt so viele Ex-Bundesligaspieler wie Trento. Mit dem Ex-Bonner Ojars Silins (2,8 Punkte), dem Ex-Frankfurter Shavon Shields (8,3, 42,9% 3er) und dem ehemaligen Ulmer Dominique Sutton (19,3 / 5 Reb. /1,8 St.) schnüren gleich drei Ex-BBLer ihre Sneaker in Norditalien. Neben Sutton ragt statistisch gesehen auch der nur zwei Meter große US-Center Chane Behanan heraus: Der NCAA-Champion des Jahres 2013 (Louisville) fügt seinen 11,8 Punkten und 5,5 Rebounds beeindruckende 3,5 Assists bei. Spannend dürfte auch das Aufeinandertreffen der zwei besten „Diebe“ werden.  Denn Trentos Toto Forray  (2,7 Steals) und Toury Murre (2,2) führen den EuroCup in dieser Statistik an.   

Quotes

Thorsten Leibenath (Head Coach ratiopahrm ulm): „Trento erinnert mich von seiner Spielanlage an Ludwigsburg. Sie spielen schnell, athletisch und mit sehr viel Druck. Dominique Sutton und Chane Behanan sind von den statistischen Werten die Go-to-Guys, doch Trento hat mit dem NBA-erfahrenen Jorge Gutierrez oder dem erst 21-jährigen Diego Flaccadori einige Spieler mehr, die das Spiel beeinflussen. Als Team verteidigen sie die Dreierlinie sehr gut, weshalb wir versuchen müssen, mehr hochprozentige Würfe in Korbnähe zu generieren.“

Isaac Fotu (Forward ratiopharm ulm): „Auch wenn in Tübingen vieles nicht so lief, wie wir uns das gewünscht haben – wir haben Charakter gezeigt und sind zurückgekommen. Mit derselben Mentalität müssen wir auch in Trento auftreten.“

Good to know Von einer Vorentscheidung kann nach Abschluss der Vorrunde in Gruppe D, die aktuell von Bursa (3-1) angeführt wird, nicht die Rede sein. Wie hart der Kampf um die vier Top16-Tickets ist, illustrieren zwei Szenarien für den fünften Spieltag. Bei einem Ulmer Sieg und einem Erfolg St. Petersburgs gegen Bursa hätten vier Teams einen Rekord von 3-2. Bei einer Ulmer Niederlage und einer Niederlage der Russen ergäbe sich ein Quartett, das jeweils über eine Bilanz von 2-3 verfügt.

Fotos Florian Achberger, Marcell Merli

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